Vorträge

Zu unseren Ausstel­lun­gen und der ständi­gen Samm­lung bi­eten wir ein viel­seitiges Vor­tragspro­gramm an.

Kun­st­Be­wusst

Gute Kunst lässt Fra­gen of­fen. Diese auf in­teres­sante Weise zu beant­worten leis­tet die Vor­trags­rei­he Kun­st­Be­wusst. Ver­an­s­tal­tet vom Fre­unde des Wall­raf-Richartz-Mu­se­ums und des Mu­se­ums Lud­wig e.V. und der Fritz Thyssen Stif­tung fin­d­et sie jew­eils di­en­s­tags im Film­fo­rum NRW, dem Ki­no im Mu­se­um Lud­wig, statt.

Sei es ein klas­sisch­er Ex­pert*in­nen­vor­trag zu ein­er aktuellen Ausstel­lung, ein Kün­stler*in­nenge­spräch, oder the­menüber­greifende Vorträge zur den The­men und In­hal­ten des Mu­se­um Lud­wig –  bei Kun­st­Be­wusst gibt es im­mer neue, über­raschende und in­for­ma­tive Beiträge.

Kunst im Kon­text

Mit Kunst im Kon­text lädt die Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst am Mu­se­um Lud­wig zur Au­sei­nan­derset­zung mit aktuellen Ten­denzen ein. Es sprechen Ak­teur*in­nen und Ex­pert*in­nen der in­ter­na­tio­nalen Kun­st­szene über aus­gewählte The­men in The­o­rie und Praxis der Kunst.

Di 18.00 Uhr Vortrag
Datum: Dienstag, 28. Januar, 18:00 Uhr
Veranstalter: Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig
Zielgruppe: Erwachsene
Treffpunkt: Kino im Museum Ludwig

Der Künstler wird an diesem Abend persönlich zugegen sein!

1. Vortrag: Dr. Bettina Funcke
Culture of Inflammation: Von den Nuller Jahren bis 2020
Beginn: 18.00 Uhr
Sprache: Deutsch

Wade Guytons Ausstellung Zwei Dekaden MCMXCIX–MMXIX umfasst zwei Jahrzehnte seines künstlerischen Schaffens, welche zugleich von extremen gesellschaftlichen, technologischen, ökonomischen und politischen Wandlungen geprägt sind, inklusive tiefer Veränderungen in der Kunstwelt selbst. Funcke wird diese historischen Verschiebungen in ihrem Vortrag in einen Dialog mit der Evolution von Guytons Werk setzen. Die Kunsthistorikerin Bettina Funcke lebt in New York City. Sie hat umfassend publiziert und gelehrt; vor kurzem editierte sie MoMA PS1: A History. Sie war Leiterin der Publikationsabteilung der dOCUMENTA (13) und gab die renommierte Reihe 100 Notizen – 100 Gedanken heraus. Ihr Buch, Pop oder Populus: Kunst zwischen High und Low, erschien 2007 im Verlag Walther König.

2. Vortrag: Jeanette Mundt
Narrating Wadé Guyton: Notes on Suspension
Beginn: 19.00 / 19.15 Uhr
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch

Die Künstlerin Jeanette Mundt arbeitet seit acht Jahren im Studio von Wade Guyton, wo sie sämtliche Texte über den Künstler liest, archiviert und in seine Bibliografie einspeist. In einer vielsprachigen Collage von Zitaten Artikeln, Rezensionen, Essays oder auch Blog- und Social-Media-Posts arbeitet Mundt heraus, inwiefern die Abhandlungen über Guyton die Natur seiner Arbeit widerspiegeln. In ihrem performativen Vortrag orchestriert sie eine Vielzahl von Stimmen und führt uns auf diese Weise chronologisch durch Guytons Arbeit und Karriere. Jeanette Mundt wurde in Princeton (New Jersey) geboren, in Zürich aufgewachsen und lebt in New York. Ihre Arbeiten waren zuletzt auf der Whitney Biennale 2019 in New York, bei Overduin & Co in Los Angeles, in der Lisson Gallery in New York  sowie in der Galerie Neu in Berlin zu sehen.

Di 19.00 Uhr Gespräch
Datum: Dienstag, 18. Februar, 19:00 Uhr
Preis: 2,50 €
1,50 € (Ermäßigt)
Veranstalter: Museum Ludwig
Zielgruppe: Erwachsene

Bild und Gegenbild: Gesprächsrunde zur Sammlungspräsentation Otto Mueller / Peter und Zsóka Nestler mit Tanja Pirsig-Marshall, André Raatzsch und Julia Friedrich. Moderation: Prasanna Oommen


Gegenüber von Otto Muellers Gemälde "Zwei Zigeunerinnen** mit Katze" (1926/27) ist bis zum März 2020 der Dokumentarfilm "Zigeuner** sein" (1970) von Peter und Zsóka Nestler installiert. Die Konfrontation von Bild und Gegenbild soll den exotisierenden Blick auf Sinti und Roma durchkreuzen, den westliche Gesellschaften über Jahrhunderte eingeübt haben. An diesem Abend wollen wir über Muellers Gemälde sprechen und es einordnen: in die Kunstgeschichte und in die Geschichte der europäischen Konstruktion einer Minderheit.


Tanja Pirsig-Marshall ist Kuratorin am LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster und Autorin des Werkverzeichnisses von Otto Mueller. André Raatzsch ist Leiter des Referats Dokumentation am Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.
Julia Friedrich ist Kuratorin am Museum Ludwig.



Eintritt: 2,50€/ 1,50€ ermäßigt


 


**Diese ras­sis­tische Fremd­bezeich­nung ver­mit­telt seit Jahrhun­derten neg­a­tive und ex­o­tisierende Stereo­type. Sie ist un­trenn­bar ver­bun­den mit der Aus­gren­zung, Vertrei­bung, Ver­fol­gung und Er­mor­dung von Sin­ti*zze und Rom*nja und schreibt ein diskri­minieren­des Men­schen­bild fort. Den­noch be­lassen wir sie im Werk­ti­tel. Als Mu­se­um kön­nen wir Werke nicht än­dern – eine ras­sis­tische Darstel­lung so wenig wie ei­nen ras­sis­tischen Ti­tel. Wir kön­nen auf die soziale Ge­walt und Un­ter­drück­ung, die Kunst­w­erke spiegeln oder selbst be­treiben, hin­weisen und sie in der Präsen­ta­tion sicht­bar machen. Peter und Zsó­ka Nestler setzen die Bezeich­nung 1970 be­wusst, um die Ge­walt aufzudeck­en, die darin steckt. Ihr Film be­gin­nt mit den Worten: "Die wir 'Zige­un­er' nen­nen, bezeich­nen sich als 'Ro­ma', das heißt 'Men­schen'. Viele von ih­nen bekom­men Angst, wenn sie das Wort 'Zige­un­er' hören. Sie fürcht­en, alles könne sich wieder­holen."
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Bildnachweis:
links) Otto Mueller, Zwei Zigeunerinnen** mit Katze,1926/27,
Museum Ludwig, Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln
rechts) Szenenfoto: Zigeuner sein, BRD 1970, Regie: Peter Nestler (in Zusammenarbeit mit Zsóka Nestler) © Deutsche Kinemathek