Candida Höfer, Kino im Museum Ludwig Köln II, 2006

Filmforum

Through a na­tion­wide unique mod­el of a fo­rum that tran­s­cends the ci­ty boun­daries, a col­lab­o­ra­tive of nine part­n­ers has op­er­at­ed the Mu­se­um Lud­wig’s au­di­to­ri­um since 2006.

Join­ing forces in col­lab­o­ra­tion, th­ese found­ing mem­bers of the Film­fo­rum rep­re­sent the en­tire cin­e­mat­ic spec­trum, from film pro­mot­ers and pro­duc­ers to film­mak­ers, ed­u­ca­tors, and en­thu­si­asts. Among them are the Film­s­tif­tung NRW, the SK Stif­tung Kul­tur, the West­deutsche Rund­funk (WDR), the ifs in­ter­na­tio­nale film­schule köln, the film & fernseh pro­duzen­ten­ver­band nrw e.v., Köl­n­Musik GmbH, as well as the in­de­pen­dent film-scene coali­tion “Ki­noAk­tiv” and the Mu­se­um Lud­wig/Ci­ty of Cologne. Nu­mer­ous the­mat­ic pro­gram se­ries, film fes­ti­vals and pre­mieres, as well as lec­tures and dis­cus­sions have found a venue at the Film­fo­rum. The in­di­vi­d­u­al part­n­ers them­selves are re­spon­si­ble for the con­tent and fi­nanc­ing of all the events. To­gether they have suc­ceed­ed in estab­lish­ing the Film­fo­rum as a site for film his­to­ry and con­tem­po­rary film cul­ture, filling a gap in the cin­e­ma land­s­cape of Cologne.

For fur­ther in­for­ma­tion on this and all other pro­grams please vis­it: www.film­fo­rum­n­rw.de

Tick­ets for all events may be purchased at the door. No ad­vance book­ing. The Film­form of­fers in­duc­tion loops for the hear­ing im­paired and is wheelchair ac­ces­si­ble.

Film­fo­rum at the Mu­se­um Lud­wig

En­trance lo­cat­ed on the rear side of the Mu­se­um Lud­wig
Bis­chofs­garten­s­traße 1, 50667 Köln
E-Mail: in­fofilm­fo­rum­n­rw.de

Wed 12.00 h Film
Date: Mittwoch, 22. Januar, 12:00 Uhr
Promoter: KölnMusik gemeinsam mit Kino Gesellschaft Köln
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

USA 2017, Auszüge, Blu-ray, DF, R: Guillermo del Toro, M: Alexandre Desplat, mit Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Octavia Spencer
Den vollständigen Film zeigen wir am 16. Februar 2020, 15:00 Uhr

Horror und Romanze schließen sich nicht aus, ganz im Gegenteil: Die Tatsache, dass beides von großen Emotionen begleitet wird, haben sich Regisseur Guillermo del Toro und sein musikalischer Partner Alexandre Desplat in THE SHAPE OF WATER zu eigen gemacht. Eine romantische, fast schon verschmitzt-französisch anmutende, vom Synthesizer gepfiffene Melodie paart sich mit großen Orchester-Arrangements aus dem plüschigen Hollywoodkino der 1950er und 60er Jahre und den Spannungs-Crescendi des Universal-Horrors à la DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS. Das passt ideal zu einer Romanze zwischen einem gefangenen Seeungeheuer und einer stummen Reinigungskraft eines Geheim-Labors der US-Regierung. Absurd? Ja! Aber auch wunderschön originell. Mit einer Musik, die nicht nur die Academy bezaubert hat und Desplat nach GRAND BUDAPEST HOTEL (2015) seinen zweiten Oscar bescherte.


Seit dem »goldenen Zeitalter« der Filmmusik, in dem Komponisten wie Alex North, Alfred Newman, Max Steiner oder Miklos Rozsa und Bernard Herrmann groß geworden sind, ist eines im Kino rar geworden: die Melodie. Kaum jemand hat dieses Manko im 21. Jahrhundert derart eindrücklich beseitigt wie Alexandre Desplat. Besser noch, mit dem Pariser, der spätestens seit DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING (2003) auch aus Hollywood nicht mehr wegzudenken ist, ist die Lust am musikalischen Fabulieren zurückgekommen. Seine Filme leben nicht von der Stetigkeit des Klangs, sondern vom Kontrapunkt. Desplat hat dem eingängigen Legato das Schelmische zur Seite gestellt. Zehn Oscar-Nominierungen und zwei Statuetten hat ihm das seit 2007 eingebracht, nachdem die Filmwelt endlich erkannt hat, dass dieser Komponist ihr das »goldene Zeitalter« zurückgebracht hat.

Thu 18.00 h Film
Date: Donnerstag, 23. Januar, 18:00 Uhr
Price: 10,00 €
8,00 € (Discounted)
Promoter: Allerweltskino
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

LB/F/CH/QAT/AE 2016, 103‘, arabische OmU, ein Film von Monika Borgmann & Lokman Slim
Zu Gast: Monika Borgmann, Moderation: Larissa Bender

Tadmor – das ist der arabische Name für die syrische Stadt Palmyra und das in der Nähe der Stadt liegende berühmt-berüchtigte gleichnamige Gefängnis. Einst von der französischen Mandatsmacht erbaut, erlangte es ab Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts traurige Berühmtheit, als der syrische Präsident Hafez al-Assad, der sich 1970 an die Macht geputscht hatte, seine schlimmsten Gegner in diesem Gefängnis wegsperrte. Zahlreiche linke Oppositionelle saßen jahrelang in diesem Gefängnis ein, das für die Brutalität der dort verantwortlichen Militärpolizisten bekannt war, sondern insbesondere Tausende Muslimbrüder. Aber auch zahlreiche Libanesen, die aus verschiedenen Gründen im Libanon (vor allem während des libanesischen Bürgerkriegs 1975 – 1990) verhaftet wurden, saßen teils jahrelang dort ein.


Einige dieser ehemaligen libanesischen Häftlinge verarbeiteten im Jahr 2012 unter Leitung von Monika Borgmann und Lokman Slim ihre Haftzeit in einem Theaterstück, das auch in Deutschland zur Aufführung kam. Zwei Jahre später wurde daraus ein Dokumentarfilm. In dem Film spielen die ehemaligen Häftlinge sowohl die Rolle der Gefangenen, als auch die der Gefängniswärter. Dafür bauten sie eine Gemeinschaftszelle nach und zeigen ihren Tagesablauf, der gekennzeichnet ist von Demütigungen und Schlägen. Zwischen den einzelnen nachgespielten Szenen berichten ehemalige Häftlinge über ihre Zeit im Gefängnis, über Folter und Grausamkeiten, über die Zwistigkeiten unter den Häftlingen, über den Tod von Kameraden.


Der Film zeigt eindrucksvoll das Leben der Gefangenen in diesem Gefängnis, das Leid und die Hoffnungen, die Widerstandskraft und den Zusammenbruch dieser Menschen, die zum Teil nie erfuhren, warum sie inhaftiert waren. Und angesichts der Tatsache, dass in Syrien womöglich Hunderttausende Menschen unter ähnlichen Umständen inhaftiert sind und Zehntausende unter Folter oder aufgrund der Umstände starben, ist der Film ein wichtiges Zeugnis einer syrischen Realität, der sich insbesondere europäische Regierungen stellen sollten.

Fri 18.00 h Film
Date: Freitag, 24. Januar, 18:00 Uhr
Promoter: Historisches Archiv Köln
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

D 2018, ca. 25‘, digital, R: Jens F. Walter

Das Historische Archiv der Stadt Köln präsentiert gemeinsam mit Jens F. Walther seinen aktuellsten Dokumentarfilm KÖLN ANNO 1475: DIE FREIE REICHSSTADT. Wir begeben uns auf eine Zeitreise in das Mittelalter. Im Jahr 1475 hat Kaiser Friedrich III. Köln den Status einer freien Reichsstadt verliehen. Aber wie hat das Leben damals ausgesehen? Wie muss man sich das Leben in der damals größten Stadt des deutschsprachigen Raumes mit rund 40.000 Einwohnern vorstellen? Der Film veranschaulicht den damaligen Alltag. Aufwändige Animationen helfen dabei, sich ein Bild von dem damaligen Leben machen zu können und die Bilder besser einzuordnen.


Lassen Sie sich von unserem Archivar, Dr. Max Plassmann, in die Historie des Mittelalters entführen und kommen Sie nach der Filmvorführung mit dem Filmemacher Jens F. Walther ins Gespräch.

Sat 20.00 h Film
Die Sammlung Leo Schönecker – Ein Filmprogramm mit Filmen aus dem Archiv Schönecker<br>Es herrscht Ruhe im Land
Date: Samstag, 25. Januar, 20:00 Uhr
Price: 7,00 €
Karten an der Kinokasse
6,00 € (Discounted)
Promoter: Edith Schönecker, Julia Schönecker-Roth und Joachim Steinigeweg
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

Weitgehend unbekannt in der Öffentlichkeit existiert in Köln eine Filmsammlung, die hohen Wert auf die Qualität der enthaltenen Filme legt und einen weiten Überblick über das internationale Filmschaffen bietet. Seit Mitte der Fünfziger Jahre engagierte sich der Kölner Leo Schönecker nicht nur in Arbeitskreisen und Diskussionsrunden zu filmthematischen Fragen, sondern er begann, selbst Filme zu sammeln, vorzuführen und zu verleihen. Seine Sammlung wurde bis zu seinem Tod im Jahr 2013 beständig fortgeführt und erweitert. Unter Filmkennern und Kuratoren war die Sammlung bekannt, gerne griff man auf die Bestände dort zurück. Insgesamt enthält das Archiv rund 1.200 Filmtitel. Nun ist es an der Zeit, diese Kostbarkeit öffentlich vorzuzeigen.

Die Filme liegen sämtlich in analoger Form vor, meistens im Format 16mm, etliche im Format 35mm. In den Kinos hat unterdessen seit einigen Jahren die Digitalisierung Einzug gehalten. Eine Vorführung von „richtigem“ Zelluloid hat inzwischen Ereignischarakter. Bei der Vorführung von Zelluloid gibt es Artefakte, die jede Kopie einzigartig machen. Es sind diese Gebrauchsspuren wie Schmutzpartikel, Kratzer, Bildstandsbewegungen etc. In jede Filmkopie ist somit auch die Geschichte ihrer Aufführungen mit eingeschrieben. Auch diesen Aspekt wollen wir vorstellen und die Vor- und Nachteile digitaler und analoger Vorführungen sichtbar machen.

BRD 1975, 103‘, 16mm, R: Peter Lilienthal

In Las Piedras, einer Kleinstadt in Südamerika werden in der zum Gefängnis umgebauten Kaserne politische Gefangene inhaftiert. Die Verwandten draußen organisieren ein Hilfskomitee, das überall auf angstvolle Sympathie stößt. Als einem Teil der Häftlinge durch eingeschmuggelte Waffen und Uniformen der Ausbruch gelingt, übernimmt das Militär die Macht in der Stadt. Es richtet nicht nur unter den zurückgebliebenen Häftlingen ein blutiges Massaker an, sondern sperrt nahezu die gesamte Zivilbevölkerung in das örtliche Fußballstadion. So herrscht wieder Ruhe im Land...


In den siebziger Jahren wandte sich Lilienthal in mehreren Filmen den Problemen in Südamerika zu, die ihn seit seiner Jugend in Uruguay bewegten. Die Anspielungen auf Chile sind in diesem Film offensichtlich durch das dokumentarische Material von Straßenkämpfen zwischen Angehörigen des chilenischen Militärs und der Bevölkerung. Mit der sehr persönlichen Schilderung der Geschehnisse aus der Perspektive der Protagonisten schafft es Lilienthal, den Zuschauer emotional in Bann zu ziehen. ES HERRSCHT RUHE IM LAND erhielt 1976 den Deutschen Filmpreis.

Eine Veranstaltung von Edith Schönecker, Julia Schönecker-Roth und Joachim Steinigeweg
Vorbestellung und Information unter joachim.steinigeweg@email.de
www.filmarchiv-schoenecker.de

Sun 11.00 h Film
Date: Sonntag, 26. Januar, 11:00 Uhr
Promoter: NS-Dokumentationszentrum Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln, des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln sowie des Allerweltskinos
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

FR 1985, 540‘, 35mm, OmU, R: Claude Lanzmann

Mit dem Film SHOAH schuf Claude Lanzmann einen Meilenstein in der filmischen Aufarbeitung des Holocausts. Ohne ein einziges Archivbild lässt der Regisseur das Grauen der Judenvernichtung allein durch Gespräche mit Zeitzeugen und durch Bilder der Schauplätze entstehen. Lanzmann lässt sich dabei Zeit, er führt die Gespräch so lange, bis sich die Interviewten öffnen und einen tiefen Einblick in ihre Erlebnisse zulassen. Die Monumentalität des Films mit seiner Länge von neun Stunden entspricht der Monstrosität der geschilderten Ereignisse der Shoah.


Das Wort „Shoah“ entstammt der hebräischen Sprache und trägt die Bedeutung von „Katastrophe“, „großes Unglück“, das englische Wort „Holocaust“ kommt aus dem altgriechischen ὁλόκαυστος holókaustos und trägt die Bedeutung „vollständig verbrannt“.


Der Film wird in einer gemeinsamen Veranstaltung des Instituts für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln, vertreten durch Véronique Sina und Dennis Göttel, des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln sowie des Allerweltskino e.V. zum 75. Jahrestag der Befreiung der Auschwitz-Insassen durch die Rote Armee gezeigt. Zur Aufführung kommt die originale 35mm-Kopie, die in drei Blöcken á 3 Stunden vorgeführt wird. Zwischendurch gibt es ein Filmgespräch. Ende der Veranstaltung ist voraussichtlich 22.00 Uhr.

Fri 19.30 h Film
Date: Freitag, 31. Januar, 19:30 Uhr
Price: 8,00 €
Reservierung: info@kinogesellschaftkoeln.de
7,00 € (Discounted)
Promoter: Kino Gesellschaft Köln
Audience: Erwachsene
Meeting point: Kino im Museum Ludwig

D 2019, 85‘, DCP, R: John David Seidler

Die erste Fußballweltmeisterschaft der Frauen fand im Jahr 1981 in Taipeh statt. In einer Zeit, in der der DFB den Frauenfußball eher duldete als förderte, nachdem er bis 1970 noch offiziell verboten war. So hatte er auch wenig Interesse daran, eine Frauennationalmannschaft zu gründen. Stattdessen wurden die Rekordmeisterinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach nach Taiwan geschickt. Ursprünglich aus einer Kölner Thekenmannschaft entstanden, spielten sie das Turnier ihres Lebens – und gewannen. Die ehemaligen Spielerinnen erzählen anekdotenreich und mit einer großen Portion Humor von den heute absurd anmutenden Bedingungen: von der Ignoranz, gegen die sie sich durchsetzen mussten und dem chauvinistischen Gebaren, von denen sie umgeben waren. Untermalt durch historisches Filmmaterial sind es Zeitzeugnisse einer Männerwelt, die heute umso anachronistischer wirken. Ein Film über viel mehr als sportlichen Erfolg – ein Film über Gleichberechtigung und Anerkennung. Weltpremiere bei den Hofer Filmtagen 2019!